FORSCHUNG ZU GRÜNDUNGS- UND VERÄNDERUNGSPROZESSEN
Landwirtschaftliche Betriebe stehen angesichts sich verändernder Rahmenbedingungen zunehmend vor zentralen Entscheidungen: Sollen bestehende Strukturen beibehalten, der Betrieb weiterentwickelt, durch neue betriebliche Standbeine diversifiziert werden oder kommt es zu einer Betriebsaufgabe? Diese Prozesse sind komplex, langfristig wirksam und eng mit persönlichen, familiären und betrieblichen Zielvorstellungen verknüpft.
Trotz der hohen Relevanz des Themas von Veränderungsprozessen in der Landwirtschaft liegen bislang nur wenige aktuelle wissenschaftliche Untersuchungen vor, die sich explizit mit den Perspektiven landwirtschaftlicher Betriebe in Bayern im Kontext von Betriebsentwicklung und Diversifizierung befassen.
Deshalb beschäftigt sich das landwirtschaftliche Gründerzentrum NEU.LAND. mit der wissenschaftlichen Analyse von Gründungs- und Veränderungsprozessen in der Landwirtschaft. Ziel ist es, fundierte Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie landwirtschaftliche Betriebe unter sich wandelnden Rahmenbedingungen neue Wege entwickeln und umsetzen. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse sollen dabei eng mit der Praxis verzahnt und konkrete Impulse für Praxis, Beratung und Politik abgeleitet werden.
Forschungsfelder von NEU.LAND.
• Trends und neue Geschäftsfelder der landwirtschaftlichen Diversifizierung
• Motive und Entscheidungsprozesse landwirtschaftlicher Unternehmerinnen und Unternehmer
• Erfolgsfaktoren und Hemmnisse bei Veränderungs- und Gründungsprozessen
• Rolle und Bedarf von Unterstützungsangeboten und -formaten
• Sozioökonomische und agrarsoziologische Fragestellungen
Pilotprojekt als Teil der Forschung
Ein zentraler Baustein dieser Forschungsaktivitäten ist das Pilotprojekt im Rahmen von NEU.LAND. Es dient dazu, Gründungs- und Veränderungsprozesse auf landwirtschaftlichen Betrieben systematisch zu untersuchen und Coaching als neuen Unterstützungsansatz zu erproben und zu evaluieren. Dabei werden sowohl quantitative als auch qualitative Methoden kombiniert (Mixed-Methods-Ansatz), um ein umfassendes Bild zu erhalten.
Aktuell werden die Ergebnisse der ersten Projektphase (06.2023-12.2025) ausgewertet und aufbereitet.
Ausblick
NEU.LAND. wird seine Forschungsaktivitäten künftig weiter ausbauen und insbesondere die Schnittstelle zwischen Praxis, Beratung und Wissenschaft stärken. Der Fokus liegt dabei auf einem besseren Verständnis der Dynamiken von Veränderung in der Landwirtschaft – als Grundlage für zukunftsfähige Betriebe.
Vor dem Hintergrund der Ergebnisse des Pilotprojektes baut NEU.LAND. seine Aktivitäten im Bereich der praxisorientierten Forschung weiter aus. Künftig sollen verstärkt sozioökonomische und soziologische Fragestellungen in den Fokus rücken.
Berichte der Projekttreffen – gemeinsam Ideen entwickeln und umsetzen
Die Projekttreffen bringen Pilotbetriebe, Gründercoaches und das NEU.LAND.-Team zusammen, um Ideen für neue Betriebszweige zu besprechen, Praxiserfahrungen auszutauschen und konkrete nächste Schritte zu planen. In interaktiven Workshops standen Visionen, Marketing‑Strategien und Pitch‑Übungen im Mittelpunkt. Ergänzt durch Update‑Runden zu Fortschritten, Herausforderungen und Kooperationsmöglichkeiten. Fotos, Workshopmaterialien und Portraits der teilnehmenden Betriebe dokumentieren den Austausch und die Ergebnisse.
Details zu den Projekttreffen mit den Pilotbetrieben gibt's hier.
Seid Ihr neugierig, wie es in unserem Pilotprojekt weitergeht?
Auf dieser Seite werden fortlaufend die wichtigsten Projektmeilensteine vorgestellt und über das Projekt informiert.
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NEU.LAND.
Bayerische Landesanstalt für Landwirtschaft
Institut für Agrarökonomie – Arbeitsbereich Diversifizierung
Hans-Loher-Str. 32, 94099 Ruhstorf an der Rott
Telefon: +49(0)8161 8640 4660
E-Mail: NEULAND@lfl.bayern.de