MIT NETZWERK ZUR MARKE: DIE DONPEONY‑GESCHICHTE

2 Personen stehen in Pfingstrosentunnel




HOF‑STORY: DER HOLZÄCKERHOF

Hofaufnahme vom Holzäckerhof


BETRIEBSFORM: Haupterwerb

WIRTSCHAFTSWEISE: konventionell

ARBEITSKRÄFTE: 10 feste Mitarbeiter, 50 Saisonarbeitskräfte

BETRIEBSGRÖSSE: ca. 200 ha

BETRIEBSZWEIGE: Pfingstrosenanbau, klassischer Ackerbau





Pfingstrosen in Kühlhaus

Die Umnutzung der Ställe leitete ein neues Kapitel auf dem Holzäckerhof ein. Früher wurden hier Tiere gehalten - seit 2008 sind keine Tiere mehr auf dem Hof. Die Familie nutzte die frei gewordenen Gebäude für etwas Neues: Pfingstrosen. Heute ist DonPeony, die Pfingstrosen‑Marke des Betriebs, aus dem Kalender vieler Blumenliebhaber nicht mehr wegzudenken.


Ein Produkt, das Menschen wirklich berührt

Pfingstrose und Hummel

„Ich lieb‘ Pfingstrosen!“

Diese ehrliche Reaktion hört Sebastian immer wieder, wenn jemand eine Pfingstrose sieht. Genau darin liegt der Unterschied: Pfingstrosen sind mehr als Pflanzen, sie sind ein emotionales Produkt, das überrascht, sich täglich wandelt und echte Begeisterung auslöst.
Auf rund 40 Sorten setzt der Holzäckerhof. Diese Sortenvielfalt fordert viel Handarbeit und eine präzise Ernte: Jede Sorte muss im richtigen Moment geschnitten werden.




Aus Tests und Fehler entstand Praxis

Holzäckerhof von Oben

Die Idee entstand bereits 2003 während Sebastians Gartenbaustudium. Im September desselben Jahres pflanzte er die ersten Pfingstrosen. „Wir probieren das einfach mal aus“ war die Devise der Familie. Mit einer Testfläche von 0,8 ha starteten sie in die neue Produktion. Die Anfangsjahre waren herausfordernd: Händler nahmen die Mengen kaum wahr, und oft wurde zu spät geerntet. Aus Versuchen und Fehlern formte sich jedoch Wissen. Sebastian bildete sich weiter, studierte Agrarbetriebswirtschaft in Triesdorf und absolvierte den Fachagrarwirt für erneuerbare Energien. Bei Exkursionen fiel ihm auf, dass viele Betriebe die Abwärme ihrer Biogasanlagen ungenutzt ließen. Eine Idee, die später entscheidend werden sollte.



Wärme als Gamechanger

Pfingstrosengarten

Der Durchbruch gelang, als Abwärme sinnvoll eingesetzt wurde: Die Biogasanlage liefert Wärme, und eine Fußbodenheizung lässt die Pflanzen bereits im Februar/März früher austreiben. Pünktlich zum Muttertag.
Das war Pionierarbeit: Fußbodenheizungen, angepasste Lüftungsstrategien, Sortenkenntnis und ein eigens entwickeltes Bewässerungssystem mit unterirdischer Leitung mussten aufeinander abgestimmt werden. Das Ergebnis sind nahezu makellose Blüten, Schutz vor Sturm und Hagel und ein Erntebeginn vor der Konkurrenz aus dem Süden.




„Unsere ursprünglichen Ziele wurden vielfach übertroffen.“



Marketing, Erlebnis und Direktvertrieb

Pfingstrosen-Schaugarten mit Personen im Hintergrund

Der Holzäckerhof setzt auf eine Mischung aus Erlebnis und Direktvertrieb: ein Schaugarten, in dem Besucher Pflanzen sehen, riechen und bestellen können, Führungen, Videos für den Online‑Auftritt und regelmäßige Pressearbeit. In der kurzen Saison entsteht der gesamte Social‑Media‑Content für das Jahr. Und das zahlt sich aus.



Das Netzwerk war der eigentliche Hebel

Schnittblumenverarbeitung Situation

Als Sebastian mit Pfingstrosen begann, bot die klassische Beratung kaum brauchbare Antworten: Die vorhandenen Angebote richteten sich meist an die Topfpflanzenproduktion, nicht an Schnittpfingstrosen. Zwar konnte er auf Kontakte seines Vaters im Sonnenblumengeschäft zurückgreifen, das tiefere fachliche Wissen und die nötigen Praxistipps baute er sich jedoch selbst auf.
Offen auf Kolleginnen und Kollegen zuzugehen, Betriebe in Südfrankreich und Holland zu besuchen und sich auszutauschen, brachte die wichtigsten Erkenntnisse. Am Ende kopierte er nie blind, sondern übernahm nur das, was auf seine Betriebsstruktur passte. Oft war der größte Gewinn einer Reise: zu sehen, wie man es selber nicht machen würde und daraus zu lernen.




„Die besten Hinweise stehen in keinem Fachbuch, die bekommst du nur über Leute und ein Netzwerk.“




Technik und Zukunftsplanung

Teil vom Holzäckerhof mit SB Shop

Investitionen scheut Sebastian nicht: Biogas, Photovoltaik, ein geplantes Speicherkraftwerk und die Idee eines großen Wärmenetzes für zahlreiche Nutzer sind Teile der langfristigen Strategie. Ziel ist es, Motoren bedarfsgerecht zu betreiben, Autarkie zu stärken und außerhalb der Pfingstrosensaison kontinuierliche Arbeit und Einkünfte zu generieren. Pfingstrosen sind stark, aber bewusst nicht das einzige Standbein. Verschiedene Projekte greifen ineinander und sorgen für Stabilität.



Team, Familie, und Haltung

2 Personen stehen in Pfingstrosentunnel

Heute arbeiten rund 50 Saisonkräfte und etwa 10 feste Mitarbeitende auf dem Holzäckerhof. Die Bereitschaft, Neues zu probieren und die Unterstützung durch Angehörige und Mitarbeitende sind zentrale Erfolgskräfte. Sebastians Motto? „Mitleid kriegst du geschenkt, Neid musst du dir erarbeiten.“ Stolz macht ihn vor allem, wie der Betrieb sich immer wieder neu erfindet und Ökologie mit Ökonomie verbindet. Etwa über Ausgleichsflächen, Hamster‑ und Lärchenschutz sowie Biberrückzugsflächen.



Mit Ausdauer zum Erfolg

Pfingstrosen im Kühlhaus

Klein anfangen, groß denken: Testflächen und frühe Versuchsreihen verhindern teure Fehler. Netzwerke öffnen Türen und beschleunigen Lernprozesse; Exkursionen und Peer‑Learning sind oft wertvoller als jede Anleitung. Technik für zum Beispiel Wärme, Bewässerung und Infrastruktur richtig eingesetzt verbessert Qualität und ermöglicht Saisonsteuerung. Diversifizierung schafft für Sebastian Stabilität, weil man sich nicht von einem Produkt abhängig macht. Und am Ende entscheidet Ausdauer: die Zähne zusammenbeißen, Geduld und Durchhaltevermögen damit aus einer Idee eine Marke wird. Genau das ist die DonPeony‑Geschichte des Holzäckerhofs.

Holzäckerhof

LANDKREIS: Würzburg

REGIERUNGSBEZIRK: Unterfranken

ADRESSE:
Holzäckerhof 1
97294 Unterpleichfeld


Website Holzäckerhof