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INFOBAUSTEIN: FINANZIERUNG UND FINANZIERUNGSPLANUNG

Was bedeutet Finanzierung?

Finanzierung heißt, die nötigen Geldmittel für Investitionen und den laufenden Betrieb zu beschaffen. Hauptquellen sind Eigenkapital, Fremdkapital (Bankdarlehen) und Zuschüsse. Eine solide wirtschaftliche Perspektive erleichtert den Zugang zu allen drei Quellen.


Finanzierungsplanung

Eine erfolgreiche Finanzierung erfordert realistische Planung, solide Eigenkapitalbasis und eine vertrauensvolle Bankbeziehungen. Wer gut vorbereitet ist, sich informiert und aktiv kommuniziert, schafft die Grundlage für eine passende Finanzierung der eigenen Gründungsideen und Vorhaben. Zusätzlich können neue Wege wie Beteiligungen oder die Gründung einer Genossenschaft geprüft werden.


1. Finanzierungsbedarf ermitteln

  • Investitionen und Anlaufkosten kalkulieren.
  • Maschinenkosten sind meist gut planbar (Angebote einholen).
  • Bauvorhaben bergen hohes Risiko für Kostensteigerungen
Tipps:
Liste der Investitionskosten von Beginn der Planung an führen und laufend aktualisieren.
Nebenkosten wie Planung, Genehmigung, Notar, Grunderwerbsteuer einbeziehen.
Kostenpuffer ansetzen: zu Beginn der Planung reichlich, später knapper
Angebote prüfen: Sind alle Leistungen enthalten?
Referenzen von Bauunternehmen einholen.

2. Finanzierungsstruktur zusammenstellen

Die wichtigsten Bausteine:

Eigenkapital

  • Schafft Stabilität bei Verlustjahren.
  • Banken erwarten in der Regel Eigenkapitaleinsatz (bei Bauvorhaben 10–30 %).
  • Eigenleistungen sind wertvoll, aber zeitlich realistisch zu kalkulieren.

Beteiligungen & Genossenschaften:

Fremdkapital

Hauptquelle sind Bankdarlehen, v.a. Volks- und Raiffeisenbanken und Sparkassen
→ Strategie: Beziehungen pflegen, Alternativangebote einholen, ab 1 Mio. € zwei Banken einbinden.
→ Landwirtschaftliche Rentenbank: Programmkredite sind über Hausbanken verfügbar, transparente Konditionen online verfügbar.
Auch andere Darlehensgeber kommen in Frage: Privatdarlehen (Familie, Freunde, Kundinnen und Kunden), Händler- oder Verkäuferdarlehen


Tipps für das Bankgespräch
Zuverlässigkeit bei Kontoführung und Zahlungen.
Jahresabschlüsse und BWAs aktiv weitergeben.
Gespräch gut vorbereiten: Investitions- und Wirtschaftlichkeitsplanung, weitere Unterlagen, mögliche Fragen.
Marktüberblick zu Zinsen vorbereiten.
Selbstbewusst auftreten, Einwände prüfen.
Ggfs. Beratung und Steuerberater einbinden.


Zuschüsse und Vorfinanzierung

  • Wichtig: Investitionszuschüsse müssen (ebenso wie die MWSt. auf Investitionen) vorfinanziert werden (oft für mehrere Monate).
  • Verzögerungen bei Zuschussauszahlung oder durch MWSt-Prüfung einkalkulieren.
  • Liquiditätsengpässe vermeiden durch sorgfältige Planung.

Der Inhalt wurde von Cornelia Roeckl, Leitung des Fachteams Betriebsentwicklung des Bioland e.V., erstellt.



Hinweis:
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