INFOBAUSTEIN: UNTERNEHMENSFÜHRUNG UND PROJEKTMANAGEMENT

Die Leitung eines landwirtschaftlichen Familienbetriebs ist komplex: Persönliche Ziele, betriebliche Anforderungen und Marktchancen müssen in Einklang gebracht werden. Erfolgreiche Entscheidungen entstehen nicht durch Standardlösungen, sondern durch eine individuelle Ausrichtung an den Werten, Stärken und Potenzialen der Betriebsleiterfamilie und des Betriebes.

Bewusste Entscheidungsfindung ergänzt Bauchgefühl

Viele Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter treffen strategische Entscheidungen eher unbewusst. Mit klaren Zielen, strukturierten Prozessen und dem Mut, Routinen zu brechen, schaffen Sie die Basis für eine erfolgreiche Zukunft – egal, ob Sie neu gründen oder Ihren Betrieb weiterentwickeln.

Ziele und Strategien entwickeln

Wie soll Ihr Betrieb in fünf oder zehn Jahren aussehen? Erstellen Sie eine Liste mittelfristiger und langfristiger Ziele – auch persönliche. Denken Sie an Meilensteine wie Hofnachfolge, Pachtverträge oder Ausscheiden von Familienmitgliedern. Entwickeln Sie Szenarien: optimistisch, pessimistisch und realistisch. Diese Vorbereitung stärkt nicht nur Ihre Planung, sondern auch Ihre Position in Bankgesprächen
(s. dazu den INFOBAUSTEIN FINANZIERUNG).


Vielfalt oder Spezialisierung?

Strukturwandel hat viele Betriebe wachsen und sich spezialisieren lassen. Doch Größe allein garantiert keinen Erfolg. Entscheidend ist gutes Betriebsmanagement: Organisation, Fachwissen, Verhandlungsgeschick und die Fähigkeit, gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewinnen und zu führen. Spezialisierung kann Überforderung vermeiden, während Vielfalt neue Chancen eröffnet. Die richtige Strategie hängt von Persönlichkeit, Kompetenzen und Zielen der Betriebsleitung ab. Jede Strategie kann erfolgreich sein – wenn sie zu den verantwortlichen Menschen passt und professionell umgesetzt wird.

Strukturierte Entscheidungsprozesse

Gehen Sie Ihre Betriebsentwicklung systematisch an und nutzen Sie eine Entscheidungskaskade:

1. Ist-AnalyseWo stehen Betrieb und Familie? Stärken, Schwächen, wirtschaftliche Lage.
2. ZieleWas soll erreicht werden? Welche Bedürfnisse haben die Beteiligten?
3. MaßnahmenWelche Schritte sind nötig? Welche Auswirkungen entstehen?
4. EntscheidungAlternativen vergleichen, Vor- und Nachteile abwägen.
5. UmsetzungVerantwortlichkeiten klären, Zeitplanung.
6. AuswertungRückblick, Lernerfahrungen, Anpassungen.


Für größere Veränderungen empfiehlt sich eine Wirtschaftlichkeitsplanung (s. dazu auch den INFOBAUSTEIN BUSINESSPLAN).

Prüfen Sie neue Ideen kritisch: Sind sie wirklich „Ihr Ding“ oder nur ein Trend?

Zeitplanung für Investitionen

Neue Betriebszweige und Investitionen erfordern präzise Zeitpläne. Zuschüsse müssen beantragt und oft vorfinanziert werden. Notieren Sie alle Schritte mit Terminen, aktualisieren Sie diese regelmäßig und erkennen Sie frühzeitig Verzögerungen. Beratung kann helfen, den Überblick zu behalten – oder Sie erstellen den Plan im Team oder Familienkreis.

Ansprechpartner




Der Inhalt wurde von Cornelia Roeckl, Leitung des Fachteams Betriebsentwicklung des Bioland e.V., erstellt.



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